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Ihr Marketing-Fahrplan für zwölf Monate

Online-Marketing scheitert in Kanzleien selten am Wissen, sondern an der Zeit. Dieser Fahrplan verteilt die wichtigsten Aufgaben auf zwölf Monate, sodass jede Woche nur ein überschaubarer Block bleibt. Sie können ihn so übernehmen oder an Ihre Kanzlei anpassen.

Teilweise ohne Werbebudget Teilweise Budget nötig Aktualisiert am 7 Min. Lesezeit von Miklós Bognár Veröffentlicht am

Warum ein Plan wichtiger ist als einzelne Maßnahmen

Ein typisches Beispiel: Angenommen, eine Kanzlei für Familienrecht beschließt im Januar, „endlich etwas für die Website zu tun“. Im Februar wird das Google-Profil aktualisiert, im März ein Artikel geschrieben. Dann kommt ein großes Verfahren, und bis zum Herbst passiert nichts mehr. Im November ist das Profil wieder veraltet, und der eine Artikel ist von der Konkurrenz längst überholt.

Das Muster kennen viele Kanzleien. Online-Sichtbarkeit wächst nicht durch eine große Aktion, sondern durch regelmäßige kleine Schritte. Ein fester Plan hilft, dranzubleiben, auch wenn es im Tagesgeschäft hoch hergeht. Er sorgt außerdem dafür, dass Sie die Dinge in der richtigen Reihenfolge tun: erst das Fundament, dann die Reichweite.

Bevor Sie starten: drei Entscheidungen

1. Wer ist verantwortlich?

Legen Sie eine Person fest, die den Plan verantwortet. Das muss nicht die Partnerin sein, die am wenigsten Zeit hat. In vielen Kanzleien funktioniert ein Tandem gut: Eine Mitarbeiterin aus dem Sekretariat pflegt Profil, Bewertungsanfragen und Termine. Eine Anwältin oder ein Anwalt liefert die fachlichen Inhalte und gibt Texte frei.

2. Welche zwei Rechtsgebiete zuerst?

Nicht alles auf einmal. Wählen Sie die zwei Rechtsgebiete, in denen Sie mehr Mandate möchten und die zu Ihrer Kanzlei passen. Für diese bauen Sie zuerst Seiten, Inhalte und gegebenenfalls Anzeigen auf. Weitere Rechtsgebiete folgen im zweiten Jahr.

3. Woran messen Sie den Erfolg?

Halten Sie vor dem Start drei Zahlen fest: Anfragen pro Monat (Anrufe, E-Mails, Formulare), die Antwort auf die Frage „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ und Ihre Position bei zwei, drei wichtigen Suchen. Den passenden 15-Minuten-Selbsttest finden Sie in Teil 1 dieser Serie.

Etappe 1: Das Fundament (Monat 1–3)

Ziel dieser Etappe: Wer Ihre Kanzlei sucht, findet überall richtige, vollständige und vertrauenswürdige Angaben.

MonatAufgabeZeitKosten
1Google-Unternehmensprofil bestätigen und vollständig ausfüllen3 Std.kostenlos
1Bing Places und Apple Business mit identischen Angaben einrichten2 Std.kostenlos
1Search Console und Bing Webmaster Tools einrichten1 Std.kostenlos
2Website prüfen: Startseite, Telefonnummer, Impressum, Handy-Ansicht4 Std.ohne Werbebudget
2Personen mit Foto und Qualifikation vorstellen3 Std.Fotos: Budget
3Einheitliche Angaben in den wichtigsten Verzeichnissen2 Std.meist kostenlos
3Festen Ablauf für Bewertungsanfragen einführen1 Std.ohne Werbebudget

Was genau zum Fundament gehört, beschreiben die Leitfäden zu Local SEO, Website und Technik. Die häufigsten Website-Fehler finden Sie in Teil 2 dieser Serie.

Etappe 2: Inhalte, die gefunden werden (Monat 4–6)

Ziel dieser Etappe: Für Ihre zwei wichtigsten Rechtsgebiete gibt es Seiten, die die Fragen Ihrer Mandanten beantworten.

MonatAufgabeZeitKosten
4Personas und typische Fragen für beide Rechtsgebiete sammeln3 Std.ohne Werbebudget
4Rechtsgebietsseite 1 schreiben oder überarbeiten6 Std.ohne Werbebudget
5Rechtsgebietsseite 2 schreiben oder überarbeiten6 Std.ohne Werbebudget
5Je eine FAQ-Seite mit den zehn häufigsten Fragen4 Std.ohne Werbebudget
6Zwei Ratgeberartikel zu häufigen Suchfragen8 Std.ohne Werbebudget
6Erste Auswertung in der Search Console1 Std.ohne Werbebudget

Wie Sie aus echten Daten herausfinden, welche Fragen Ihre Mandanten stellen, zeigt Teil 5 dieser Serie. Für die Planung der Inhalte hilft der Leitfaden Content-Strategie. Die Search Console zeigt Ihnen nach einigen Wochen, bei welchen Suchanfragen die neuen Seiten erscheinen (Google: Leistungsbericht (externer Link)).

Etappe 3: Reichweite ausbauen (Monat 7–9)

Ziel dieser Etappe: Die Kanzlei wird auch dort sichtbar, wo das Fundament allein nicht reicht.

MonatAufgabeZeitKosten
7Entscheiden: Suchanzeigen ja oder nein?2 Std.–
7Bei Ja: Testkampagne für ein Rechtsgebiet bei Google und Microsoft6 Std.Budget
8KI-Sichtbarkeit prüfen: robots.txt, strukturierte Daten, Testfragen an KI-Assistenten3 Std.ohne Werbebudget
8Regelmäßige Beiträge im Google-Profil (zweimal im Monat)1 Std./Monatohne Werbebudget
9Fachbeiträge, Vorträge oder Interviews als Anlass für Erwähnungen nutzenvariabelohne Werbebudget

Ob sich Anzeigen für Sie lohnen, hängt vom Rechtsgebiet, vom Wettbewerb in Ihrer Stadt und von Ihren Kapazitäten ab. Der Leitfaden Google- und Microsoft-Ads hilft bei der Entscheidung. Zur KI-Sichtbarkeit finden Sie alles Wichtige unter KI-Sichtbarkeit.

Etappe 4: Messen und nachschärfen (Monat 10–12)

Ziel dieser Etappe: Sie wissen, was funktioniert, und planen das zweite Jahr auf Basis echter Zahlen.

MonatAufgabeZeitKosten
10Alle Anfragen des Jahres nach Herkunft auswerten3 Std.ohne Werbebudget
10Search Console: Welche Seiten bringen Klicks, welche nicht?2 Std.ohne Werbebudget
11Schwache Seiten überarbeiten, starke Seiten ausbauen6 Std.ohne Werbebudget
11Anzeigen: Kosten je Anfrage berechnen, Kampagne anpassen oder beenden2 Std.–
1215-Minuten-Selbsttest wiederholen und mit dem Start vergleichen1 Std.ohne Werbebudget
12Plan für das zweite Jahr: nächste zwei Rechtsgebiete auswählen2 Std.ohne Werbebudget

Ihre Wochenroutine

Zwischen den großen Aufgaben hilft eine feste Routine. Zwei Stunden pro Woche reichen, wenn sie fest im Kalender stehen.

  1. Montag, 15 Minuten: Neue Bewertungen lesen und sachlich beantworten, ohne Details aus Mandaten.
  2. Mittwoch, 60 Minuten: An der aktuellen Aufgabe aus dem Jahresplan arbeiten.
  3. Donnerstag, 15 Minuten: Neue Anfragen der Woche mit Herkunft in die Liste eintragen.
  4. Freitag, 30 Minuten: Eine häufige Mandantenfrage der Woche notieren und als Thema für einen Text oder FAQ-Eintrag vormerken.

Einmal im Monat kommt eine halbe Stunde für die Search Console und das Google-Profil dazu: Wie viele Aufrufe, Anrufe und Routenanfragen gab es? Welche Suchbegriffe sind neu?

Drei Budget-Varianten

VarianteWas Sie tunKostenFür wen
Zeit und Know-howAlle Maßnahmen ohne Werbebudget aus Etappe 1, 2 und 4etwa 2 Std. pro WocheKanzleien mit etwas Zeit und Geduld
Zeit plus WerbebudgetZusätzlich Suchanzeigen für ein Rechtsgebiet ab Monat 7Werbebudget nach eigener WahlRechtsgebiete mit hoher Nachfrage oder starker Konkurrenz
Umsetzung abgebenFundament, Inhalte und Anzeigen übernimmt ein Dienstleisternach AngebotKanzleien ohne Zeit im Team

Ein Hinweis zum Werbebudget: Starten Sie mit einem Betrag, den Sie drei Monate lang testen können, ohne nervös zu werden. Erst nach einigen Wochen zeigen die Zahlen, was eine Anfrage tatsächlich kostet.

Die häufigsten Fehler

FehlerFolgeBesser so
Alles auf einmal anfangenNach sechs Wochen ist die Luft rausZwei Rechtsgebiete, eine Etappe nach der anderen
Anzeigen vor dem FundamentTeure Klicks landen auf einer schwachen WebsiteErst Etappe 1 abschließen
Niemand ist verantwortlichAufgaben bleiben liegenEine Person, fester Termin im Kalender
Keine Zahlen zu BeginnErfolg ist nicht messbarAusgangswerte vor dem Start notieren
Plan im Sommer aufgegebenDas Profil veraltet, Inhalte veraltenWochenroutine auch in ruhigen Monaten

Ihre Checkliste zum Start

  1. Verantwortliche Person (oder Tandem) festlegen.
  2. Zwei Rechtsgebiete für das erste Jahr auswählen.
  3. Ausgangswerte notieren: Anfragen pro Monat, Herkunft, Position bei wichtigen Suchen.
  4. Wochenroutine als festen Termin in den Kalender eintragen.
  5. Etappe 1 starten: Google-Profil, Bing Places, Apple Business, Search Console.
  6. In drei Monaten Zwischenbilanz ziehen.

Häufige Fragen

Wann sehe ich erste Ergebnisse?

Ein vollständiges Google-Profil kann schon nach wenigen Wochen mehr Anrufe bringen. Neue Inhalte brauchen meist einige Monate, bis sie in der Suche gut sichtbar sind. Anzeigen wirken sofort, solange sie laufen.

Was mache ich, wenn ich mehrere Monate keine Zeit habe?

Halten Sie wenigstens die Wochenroutine aufrecht: Bewertungen beantworten und Anfragen notieren. Den Jahresplan setzen Sie danach dort fort, wo Sie aufgehört haben.

Kann eine Mitarbeiterin ohne juristische Ausbildung Inhalte schreiben?

Sie kann vieles vorbereiten: Fragen sammeln, Gliederungen erstellen, Profile pflegen. Fachliche Inhalte sollten aber von einer Anwältin oder einem Anwalt geschrieben oder geprüft werden.

Gilt der Plan auch für Kanzleien mit mehreren Standorten?

Ja. Jeder Standort braucht ein eigenes Profil mit eigenen Angaben und idealerweise eine eigene Standortseite. Planen Sie für Etappe 1 entsprechend mehr Zeit ein.

Quellen