Fundament

Technisches Setup und Messung

Ohne Messung ist Marketing Raten. Diese Seite zeigt, welche kostenlosen Werkzeuge jede Kanzlei einrichten sollte und wie Sie Besucher zählen, ohne Ihre Website mit Cookie-Bannern zu belasten.

Ohne Werbebudget Aktualisiert am 7 Min. Lesezeit von Miklós Bognár

Die Grundausstattung in fünf Schritten

  1. Google Search Console einrichten und die Website bestätigen.
  2. Bing Webmaster Tools einrichten – am schnellsten per Import aus der Search Console.
  3. robots.txt und Sitemap prüfen und bei beiden Diensten einreichen.
  4. Strukturierte Daten einbauen und testen.
  5. Statistik wählen und einrichten.

Google Search Console

Die Search Console (externer Link) ist das wichtigste kostenlose Werkzeug für Ihre Sichtbarkeit bei Google. Sie zeigt im Leistungsbericht Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position – standardmäßig für die letzten drei Monate (Google Hilfe: Leistungsbericht (externer Link)). Außerdem meldet sie Probleme bei der Indexierung, der mobilen Darstellung und den strukturierten Daten.

So nutzen Sie sie im Alltag:

  • Monatlich: Leistungsbericht öffnen, Top-Seiten und Top-Suchanfragen notieren.
  • Bei neuen Seiten: Adresse über die URL-Prüfung zur Indexierung anmelden.
  • Bei Warnungen per E-Mail: sofort ansehen. Google meldet sich nur, wenn etwas nicht stimmt.

Bing Webmaster Tools und IndexNow

Bing wird oft vergessen, obwohl es im September 2026 auf Desktop-Rechnern in Deutschland 19,42 Prozent der Suchen ausmachte (StatCounter (externer Link)). Bing ist außerdem die Grundlage für Copilot (Bing Webmaster Guidelines (externer Link)).

Die Einrichtung dauert wenige Minuten: In den Bing Webmaster Tools (externer Link) können Sie Ihre Website direkt aus der Google Search Console importieren. Sie wird dabei automatisch bestätigt, die ersten Daten erscheinen nach bis zu 48 Stunden (Bing Webmaster Blog: Import aus der Search Console (externer Link)).

Mit IndexNow (externer Link) melden Sie neue oder geänderte Seiten sofort an Bing, Naver, Seznam, Yandex und Yep. Google nimmt daran nicht teil. Viele Website-Systeme unterstützen IndexNow über eine Erweiterung.

Seit Februar 2026 zeigen die Bing Webmaster Tools außerdem, wie oft Ihre Seiten in Copilot und in KI-Antworten von Bing zitiert werden (Bing Webmaster Blog (externer Link)). Mehr dazu auf der Seite KI-Sichtbarkeit.

robots.txt: was sie kann und was nicht

Die Datei robots.txt liegt im Hauptverzeichnis Ihrer Website und sagt Suchmaschinen, welche Bereiche sie durchsuchen dürfen. Ein häufiges Missverständnis: Sie steuert das Crawling, nicht die Aufnahme in die Suchergebnisse. Eine gesperrte Seite kann trotzdem erscheinen, wenn andere Seiten auf sie verlinken – dann nur ohne Beschreibung. Wer eine Seite sicher aus der Suche heraushalten will, nutzt noindex oder einen Passwortschutz (Google: Einführung in robots.txt (externer Link)).

Prüfen Sie Ihre robots.txt einmal: Sie ist unter Ihrer Domain mit dem Zusatz /robots.txt für jeden lesbar. Achten Sie besonders darauf, dass nicht versehentlich die ganze Website oder wichtige Such- und KI-Crawler gesperrt sind.

Sitemap

Eine Sitemap ist eine Liste aller wichtigen Seiten Ihrer Website. Google sagt, dass sie vor allem bei großen oder neuen, wenig verlinkten Websites hilft. Bei kleinen Websites mit guter interner Verlinkung ist sie nicht zwingend nötig (Google: Sitemaps (externer Link)). Schaden tut sie nie: Reichen Sie die Sitemap in der Search Console und in den Bing Webmaster Tools ein. Moderne Website-Systeme erzeugen sie automatisch.

Strukturierte Daten

Strukturierte Daten beschreiben Ihre Inhalte maschinenlesbar: Wer ist die Kanzlei, wo sitzt sie, wer hat einen Artikel geschrieben, welche Fragen werden beantwortet? Für Kanzleien sind diese Typen besonders nützlich:

TypWofür
LegalService (externer Link)die Kanzlei mit Name, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten
Persondie Anwältinnen und Anwälte mit Schwerpunkten
ArticleFachbeiträge mit Autor und Datum
BreadcrumbListdie Navigationspfade Ihrer Seiten

Google beschreibt die Angaben für lokale Unternehmen in seiner Dokumentation (externer Link). Testen Sie das Ergebnis mit dem Test für Rich-Suchergebnisse (externer Link) und dem Schema Markup Validator (externer Link).

Statistik: mit oder ohne Cookies?

Hier treffen Sie die wichtigste Entscheidung. Wer Informationen auf dem Gerät der Besucher speichert oder ausliest, braucht dafür grundsätzlich eine Einwilligung – außer es ist für einen ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich (§ 25 TDDDG (externer Link)). Klassische Statistik-Werkzeuge fallen meist nicht unter diese Ausnahme. Das ist eine allgemeine Information und keine rechtliche Prüfung im Einzelfall.

Weg 1: Google Analytics 4 mit Einwilligung

Google Analytics 4 bietet viele Auswertungen, braucht aber ein Einwilligungsbanner. Google stellt dafür den Einwilligungsmodus bereit. In der einfachen Variante bleiben die Messwerkzeuge blockiert, bis Besucher zustimmen. In der erweiterten Variante sendet Google bei Ablehnung cookielose Signale (Google Analytics Hilfe: Einwilligungsmodus (externer Link)). Die rechtliche Bewertung der erweiterten Variante sollten Sie selbst prüfen.

Vorteil: sehr detaillierte Daten. Nachteil: Banner, das viele ablehnen – Ihre Zahlen sind dadurch unvollständig.

Weg 2: Statistik ohne Cookies

Es geht auch ohne Banner. Matomo, eine verbreitete Open-Source-Statistik, lässt sich ohne Cookies betreiben (Matomo: Tracking ohne Cookies (externer Link)). Matomo weist für Deutschland allerdings darauf hin: Auch ohne Cookies greift das übliche JavaScript-Tracking auf das Endgerät zu. Nach Matomos Einschätzung fällt nur die Auswertung auf dem Server, etwa über die Logdateien, nicht unter das TDDDG (Matomo: Tracking ohne Einwilligung (externer Link)).

Dieses Portal zählt Besucher genau so: auf dem eigenen Server, ohne Cookies, ohne Skript im Browser und ohne gespeicherte IP-Adressen. Gezählt werden Seite, Herkunft, Gerätetyp und Suchmaschine. Das genügt, um zu sehen, welche Inhalte wirken.

Vorteil: kein Banner, vollständige Zählung, schnellere Seiten. Nachteil: weniger Detailtiefe als Google Analytics.

Was Sie wirklich messen sollten

Für eine Kanzlei zählen wenige Zahlen – und am Ende vor allem eine: neue Anfragen.

KennzahlWoherWie oft
Klicks aus Google und BingSearch Console, Bing Webmaster Toolsmonatlich
Anrufe und Routen aus dem Google-ProfilUnternehmensprofil, Bereich „Leistung“monatlich
Meistgelesene SeitenIhre Statistikmonatlich
Besucher aus KI-Dienstenverweisende Seiten in Ihrer Statistikmonatlich
Neue Anfragen und ihre HerkunftIhre eigene Liste aus dem Erstgesprächlaufend

Ein einfaches Dashboard bauen Sie kostenlos mit Data Studio, früher Looker Studio (Google: Data Studio (externer Link)). Es führt Search Console und andere Quellen in einem Bericht zusammen. Für den Anfang reicht aber auch eine Tabelle mit fünf Zeilen pro Monat.

Sicherheit gehört dazu

Zum technischen Fundament gehören auch HTTPS, Sicherheits-Header und regelmäßige Updates. Die Details finden Sie auf der Seite Kanzlei-Website. Prüfen Sie außerdem einmal im Jahr, wer Zugriff auf Search Console, Bing Webmaster Tools, Google-Profil und Hosting hat. Ehemalige Mitarbeitende oder Agenturen sollten keinen Zugang mehr haben.

Häufige Fragen zu Technik und Messung

Brauche ich Google Analytics?

Nicht unbedingt. Die Search Console zeigt kostenlos, wie Sie bei Google gefunden werden. Für Besucherzahlen genügt oft eine cookiefreie Statistik ohne Einwilligungsbanner.

Was ist der Unterschied zwischen Search Console und Analytics?

Die Search Console zeigt, wie Ihre Website in der Google-Suche erscheint, bevor jemand klickt. Eine Statistik zeigt, was Besucher auf Ihrer Website tun, nachdem sie gekommen sind.

Muss ich die robots.txt selbst schreiben?

Meist erzeugt Ihr Website-System sie automatisch. Prüfen sollten Sie sie trotzdem, damit keine wichtigen Bereiche oder Crawler versehentlich gesperrt sind.

Lohnt sich Bing wirklich?

Ja. Die Einrichtung dauert per Import nur Minuten, Bing hat auf Desktop-Rechnern einen spürbaren Anteil und ist die Grundlage für Copilot.

Brauche ich ohne Cookies überhaupt eine Datenschutzerklärung?

Ja. Auch ohne Cookies verarbeitet jede Website personenbezogene Daten, etwa beim Aufruf durch den Server oder bei einer Kontaktaufnahme. Die Datenschutzerklärung muss beschreiben, was tatsächlich passiert.

Quellen