Tools

Die wichtigsten Tools für das Online-Marketing einer Kanzlei

Viele der besten Werkzeuge für Kanzleimarketing sind kostenlos. Diese Seite zeigt, welche Sie wirklich brauchen, was sie kosten und wie Sie sie im Kanzleialltag einsetzen – ohne Fachchinesisch.

Teilweise ohne Werbebudget Teilweise Budget nötig Aktualisiert am 9 Min. Lesezeit von Miklós Bognár

Alle Tools auf einen Blick

ToolWofürKosten
Google Search ConsoleSichtbarkeit in der Google-SucheOhne Werbebudget
Bing Webmaster ToolsSichtbarkeit in Bing und CopilotOhne Werbebudget
Google-UnternehmensprofilKarte und lokale SucheOhne Werbebudget
Google-Suchleiste und AutovervollständigungFragen der Mandanten findenOhne Werbebudget
Google TrendsSaison und Regionen erkennenOhne Werbebudget
Keyword-PlanerSuchvolumen und KlickpreiseOhne Werbebudget (Google-Ads-Konto nötig)
PageSpeed InsightsLadezeit prüfenOhne Werbebudget
Rich-Results-Test und Schema Validatorstrukturierte Daten prüfenOhne Werbebudget
Screaming Frog SEO Spidertechnische Prüfung der Websitebis 500 URLs Ohne Werbebudget, sonst Budget nötig
AhrefsLinks, Keywords, MitbewerberGrundfunktionen Ohne Werbebudget, Vollversion Budget nötig
Data StudioDashboards und BerichteOhne Werbebudget
Statistik-ToolsBesucher zählenje nach Tool
KI-AssistentenKI-Sichtbarkeit testen, EntwürfeBasis Ohne Werbebudget, Abos Budget nötig

Google Search Console

Wofür: Die Search Console (externer Link) zeigt, bei welchen Suchanfragen Ihre Website in Google erscheint, wie oft sie angeklickt wird und ob es technische Probleme gibt. Sie ist das wichtigste kostenlose Werkzeug für jede Kanzlei.

So nutzen Sie sie:

  1. Website hinzufügen und bestätigen, Sitemap einreichen.
  2. Einmal im Monat den Leistungsbericht öffnen: Welche Suchanfragen und Seiten bringen Klicks? Der Bericht zeigt Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position (Google Hilfe: Leistungsbericht (externer Link)).
  3. Nach jeder neuen oder überarbeiteten Seite das URL-Prüftool nutzen. Es zeigt, ob Google die Seite kennt, und lässt Sie die Indexierung anstoßen (Google Hilfe: URL-Prüftool (externer Link)).

Tipp für Kanzleien: Filtern Sie im Leistungsbericht nach Suchanfragen mit Ihrem Rechtsgebiet. So sehen Sie die echte Sprache Ihrer Mandanten – oft ganz anders als die Begriffe auf Ihrer Website.

Bing Webmaster Tools

Wofür: Das Gegenstück für Bing – und damit auch für Copilot. Die Bing Webmaster Tools (externer Link) sind kostenlos und lassen sich in wenigen Minuten per Import aus der Search Console einrichten (Bing Webmaster Blog (externer Link)).

So nutzen Sie sie:

  1. Mit dem Microsoft-Konto anmelden und die Website aus der Search Console importieren.
  2. Im Menü finden Sie eine eigene Keyword-Recherche und eine technische Prüfung der Website. Beide sind ohne Zusatzkosten nutzbar.
  3. Den Bericht zur KI-Leistung ansehen: Er zeigt, wie oft Ihre Seiten in Copilot und KI-Antworten von Bing zitiert werden (Bing Webmaster Blog (externer Link)).

Google-Unternehmensprofil

Wofür: Ihr Eintrag in Google Maps und in der lokalen Suche. Die Verwaltung erfolgt über das Unternehmensprofil (Google Hilfe: Registrierung (externer Link)).

So nutzen Sie es:

  1. Profil anlegen oder übernehmen und bestätigen.
  2. Name, Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten und Fotos vollständig pflegen.
  3. Unter „Leistung“ monatlich ablesen, wie viele Menschen angerufen, die Route geplant oder auf die Website geklickt haben.

Ausführlich auf der Seite Local SEO und Google-Unternehmensprofil.

Die Google-Suchleiste

Wofür: Das einfachste Recherche-Werkzeug überhaupt. Wenn Sie einen Begriff in die Google-Suche tippen, schlägt Google Ergänzungen vor. Diese Vorschläge beruhen auf tatsächlichen Suchanfragen und berücksichtigen unter anderem Sprache, Standort und Trends (Google Hilfe: Autovervollständigung (externer Link)). In den Suchergebnissen finden Sie außerdem oft einen Bereich mit weiteren Fragen, die andere Menschen gestellt haben.

So nutzen Sie sie:

  1. Ein privates Browserfenster öffnen, damit Ihre eigenen Suchen die Vorschläge nicht beeinflussen.
  2. Begriffe wie „Kündigung“, „Scheidung“ oder „Erbe“ eingeben und die Vorschläge notieren – auch mit Zusätzen wie „was tun“, „wie lange“, „Kosten“.
  3. Die Fragen im Bereich mit weiteren Fragen aufklappen und sammeln.
  4. Aus dieser Liste Überschriften und FAQ-Abschnitte für Ihre Website ableiten.

Wofür: Google Trends (externer Link) zeigt, wann und in welchen Regionen ein Thema besonders gefragt ist. Für Kanzleien hilft das bei der Planung: Wann lohnt sich ein Ratgeber, wann eine Anzeige?

So nutzen Sie es: Begriff eingeben, Deutschland und den gewünschten Zeitraum wählen, nach Bundesländern filtern. Vergleichen Sie verwandte Begriffe, etwa „Abfindung“ und „Aufhebungsvertrag“, um zu sehen, welcher häufiger gesucht wird.

Keyword-Planer

Wofür: Der Keyword-Planer (externer Link) in Google Ads liefert Keyword-Ideen, geschätzte monatliche Suchvolumen und ungefähre Klickpreise. Die Nutzung ist kostenlos, setzt aber ein eingerichtetes Google-Ads-Konto voraus.

So nutzen Sie ihn: Begriffe Ihres Rechtsgebiets und Ihre Stadt eingeben, Ergebnisse nach Suchvolumen sortieren, Klickpreise notieren. Diese Zahlen brauchen Sie für die Budgetrechnung auf der Seite Google Ads und Microsoft Ads.

PageSpeed Insights

Wofür: PageSpeed Insights (externer Link) misst kostenlos, wie schnell Ihre Website auf Handy und Desktop lädt, und zeigt die Core Web Vitals.

So nutzen Sie es: Die Adresse Ihrer Startseite und Ihrer wichtigsten Rechtsgebietsseite eingeben. Achten Sie zuerst auf die Werte für Mobilgeräte. Die Liste der Verbesserungsvorschläge können Sie direkt an Ihre Webagentur weitergeben.

Strukturierte Daten testen

Wofür: Mit dem Test für Rich-Suchergebnisse (externer Link) prüfen Sie, welche strukturierten Daten Google auf einer Seite erkennt. Der Schema Markup Validator (externer Link) prüft das Markup allgemein nach schema.org, auch über Googles Anforderungen hinaus. Beide sind kostenlos.

So nutzen Sie sie: Adresse eingeben, Ergebnisse ansehen, Fehler und Warnungen an die Webagentur geben. Prüfen Sie besonders Ihre Kanzleidaten und die Angaben zu Fachbeiträgen.

Screaming Frog SEO Spider

Wofür: Der Screaming Frog SEO Spider (externer Link) durchsucht Ihre Website wie eine Suchmaschine und findet technische Probleme: defekte Links, fehlende Seitentitel, doppelte Beschreibungen, Weiterleitungsketten. Die kostenlose Version prüft bis zu 500 Adressen pro Durchlauf – für die meisten Kanzlei-Websites reicht das. Für größere Websites und Zusatzfunktionen gibt es eine kostenpflichtige Lizenz Budget nötig.

So nutzen Sie ihn:

  1. Programm installieren, die Adresse Ihrer Website eingeben und den Durchlauf starten.
  2. Den Bereich mit Antwortcodes öffnen und nach Fehlern filtern: Seiten, die nicht gefunden werden, gehören repariert.
  3. Seitentitel und Beschreibungen prüfen: fehlende, zu lange oder doppelte Einträge notieren.
  4. Einmal im Quartal wiederholen.

Ahrefs

Wofür: Ahrefs (externer Link) ist ein umfangreiches SEO-Werkzeug für Links, Keywords und Mitbewerber-Analysen. Für die eigene, bestätigte Website gibt es einen kostenlosen Zugang mit technischer Prüfung, Übersicht über eigene Keywords und Links (Ahrefs Webmaster Tools (externer Link)). Die Analyse von Mitbewerbern und höhere Limits gibt es nur in den kostenpflichtigen Tarifen Budget nötig.

So nutzen Sie es:

  1. Kostenlos anmelden und Ihre Website bestätigen.
  2. Die technische Prüfung laufen lassen und die wichtigsten Probleme beheben.
  3. Ansehen, welche Websites auf Ihre Kanzlei verlinken – und welche Seiten Ihrer Website die meisten Links haben.
  4. Erst wenn Sie Mitbewerber genauer vergleichen wollen, über einen kostenpflichtigen Tarif nachdenken.

Data Studio

Wofür: Data Studio (externer Link), früher Looker Studio, ist ein kostenloses Werkzeug von Google für Dashboards und Berichte. Es verbindet Daten aus der Search Console und anderen Quellen in einem übersichtlichen Bericht.

So nutzen Sie es: Einen neuen Bericht anlegen, die Search Console als Datenquelle verbinden und vier, fünf Kennzahlen darstellen: Klicks, Impressionen, wichtigste Suchanfragen und Seiten. Teilen Sie den Bericht mit allen Partnern der Kanzlei. Für den Anfang genügt aber auch eine einfache Tabelle.

Statistik: mit oder ohne Cookies?

Hier lohnt sich ein genauer Blick, denn Statistik-Tools unterscheiden sich stark beim Datenschutz. Wer Informationen auf dem Gerät der Besucher speichert oder ausliest, braucht dafür grundsätzlich eine Einwilligung (§ 25 TDDDG (externer Link)).

Mehr dazu unter Technisches Setup und Messung.

KI-Assistenten

Wofür: ChatGPT (externer Link), Google Gemini (externer Link), Microsoft Copilot (externer Link) und Perplexity (externer Link) sind für Kanzleien auf zwei Arten nützlich: als Test, ob Ihre Kanzlei in KI-Antworten genannt wird, und als Hilfe beim Gliedern und Formulieren. Die Basisversionen lassen sich kostenlos nutzen, erweiterte Funktionen gibt es in Bezahl-Abos Budget nötig.

So nutzen Sie sie:

  1. Sichtbarkeit testen: Stellen Sie jeden Monat dieselben Fragen, etwa „Welche Kanzlei hilft bei einer Kündigung in [Stadt]?“, und notieren Sie, ob Ihre Kanzlei genannt wird. Die Anleitung finden Sie unter KI-Sichtbarkeit.
  2. Entwürfe und Gliederungen: Lassen Sie sich bei der Struktur eines Ratgebers helfen – aber prüfen Sie jeden Inhalt fachlich, belegen Sie Fakten mit Quellen und veröffentlichen Sie unter Ihrem Namen.
  3. Niemals Mandantendaten eingeben, wenn das Werkzeug nicht ausdrücklich für vertrauliche Daten freigegeben ist.

Unsere Empfehlung: die Werkzeug-Routine

Wie oftWasWerkzeug
monatlichKlicks, Suchanfragen, Top-Seiten notierenSearch Console, Bing Webmaster Tools
monatlichAnrufe und Routen aus dem Profil notierenGoogle-Unternehmensprofil
monatlichKI-Test mit festen FragenKI-Assistenten
quartalsweisetechnische Prüfung der WebsiteScreaming Frog oder Ahrefs (kostenlos)
quartalsweiseLadezeit der wichtigsten SeitenPageSpeed Insights
vor jedem neuen RatgeberFragen und Begriffe recherchierenGoogle-Suchleiste, Trends, Keyword-Planer

Häufige Fragen zu Tools

Welches Tool sollte eine Kanzlei zuerst einrichten?

Die Google Search Console. Sie ist kostenlos, zeigt die echte Sprache Ihrer Mandanten und warnt bei technischen Problemen. Direkt danach die Bing Webmaster Tools per Import.

Brauche ich ein kostenpflichtiges SEO-Tool?

Für den Anfang nicht. Die kostenlosen Versionen von Screaming Frog und Ahrefs reichen für die meisten Kanzlei-Websites. Kostenpflichtige Tarife lohnen sich, wenn Sie Mitbewerber systematisch analysieren wollen.

Brauche ich Google Analytics?

Nicht unbedingt. Für die Sichtbarkeit in der Suche reicht die Search Console. Für Besucherzahlen gibt es Lösungen ohne Cookies und ohne Einwilligungsbanner.

Darf ich KI-Tools für Kanzleiinhalte nutzen?

Als Hilfsmittel ja, wenn jeder Text fachlich geprüft und unter Ihrem Namen veröffentlicht wird. Mandantendaten gehören nur in Werkzeuge, die dafür freigegeben sind.

Quellen