Wie Suchmaschinen entscheiden
Google fasst die Grundlagen in drei Teilen zusammen: technische Anforderungen, Spamrichtlinien und die wichtigsten Best Practices (Google Search Essentials (externer Link)). Wer diese Regeln einhält, hat gute Chancen – eine Garantie für Platz eins gibt es aber nicht, das sagt Google selbst.
Für Bing gilt dasselbe Prinzip. Bing betont in seinen Richtlinien, dass die klassischen SEO-Grundlagen auch für Copilot und KI-Antworten gelten: gute Auffindbarkeit, saubere Indexierung, klare Inhalte und Vertrauenssignale (Bing Webmaster Guidelines (externer Link)). Wer also SEO richtig macht, arbeitet gleichzeitig an seiner KI-Sichtbarkeit.
Schritt 1: Herausfinden, wonach Mandanten suchen
Menschen suchen nicht nach „Arbeitsrecht“. Sie suchen nach „Kündigung erhalten was tun“, „Abfindung wie viel“ oder „Anwalt Kündigung [Stadt]“. Gute SEO beginnt deshalb mit der Sprache Ihrer Mandanten.
Diese Quellen sind gebührenfrei:
- Ihre eigenen Erstgespräche. Welche Fragen hören Sie immer wieder? Notieren Sie sie wörtlich – das sind Ihre besten Suchbegriffe.
- Die Google-Suchleiste. Tippen Sie einen Begriff ein und lesen Sie die automatischen Vorschläge. Darunter zeigen die Suchergebnisse oft weitere Fragen, die andere gestellt haben.
- Die Google Search Console. Der Leistungsbericht zeigt, bei welchen Suchanfragen Ihre Seiten bereits erscheinen – mit Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittlicher Position (Google Hilfe: Leistungsbericht (externer Link)).
- Google Trends. Zeigt, wann und in welchen Bundesländern ein Thema besonders gefragt ist, etwa saisonale Schwankungen in Ihrem Rechtsgebiet (Google Trends (externer Link)).
- Der Keyword-Planer in Google Ads. Liefert Suchvolumen für Ihre Region, auch ohne laufende Anzeigen.
Schritt 2: Eine Seite pro Thema
Der häufigste Fehler auf Kanzlei-Websites: eine einzige Seite „Rechtsgebiete“ mit fünf Absätzen zu fünf Themen. So kann keine Seite für ein Thema wirklich relevant sein.
Besser ist eine klare Struktur:
- Eine Hauptseite pro Rechtsgebiet, etwa „Arbeitsrecht in Köln“, mit Überblick, Ansprechpartnern und Kontakt.
- Unterseiten für die wichtigsten Anliegen, etwa „Kündigung“, „Abfindung“, „Aufhebungsvertrag“.
- Ratgeberartikel für konkrete Fragen, die auf die passende Unterseite verlinken.
Google empfiehlt Inhalte, die leicht lesbar, gut gegliedert, einzigartig und aktuell sind. Auch sprechende Adressen helfen Menschen und Suchmaschinen gleichermaßen (Google: SEO-Startleitfaden (externer Link)). Eine Adresse wie /arbeitsrecht/kuendigung/ ist besser als /seite.php?id=47.
Schritt 3: Seitentitel und Beschreibung
Der Seitentitel ist das, was Menschen in den Suchergebnissen als blaue Überschrift sehen. Google empfiehlt Titel, die aussagekräftig, prägnant und für jede Seite eindeutig sind – ohne Aneinanderreihung von Keywords (Google: Title-Links (externer Link)).
| Schwach | Besser |
|---|---|
| Startseite | Kanzlei Müller – Arbeitsrecht und Familienrecht in Köln |
| Arbeitsrecht | Kündigung erhalten? Arbeitsrecht in Köln – Kanzlei Müller |
| Anwalt Köln Anwalt Arbeitsrecht Anwalt Kündigung | Abfindung nach Kündigung: Ihre Optionen – Kanzlei Müller |
Die Meta-Beschreibung ist der kurze Text unter dem Titel. Google nutzt sie, wenn sie die Seite besser beschreibt als ein Ausschnitt aus dem Text. Eine feste Zeichenbegrenzung gibt es laut Google nicht. Wichtig ist: jede Seite mit eigener, zutreffender Beschreibung (Google: Meta-Beschreibungen (externer Link)).
Schritt 4: Interne Verlinkung
Links zwischen Ihren eigenen Seiten zeigen Suchmaschinen, welche Seiten zusammengehören und welche besonders wichtig sind. Google empfiehlt dafür normale Links und einen beschreibenden Linktext. „Hier klicken“ sagt nichts, „mehr zur Kündigungsschutzklage“ dagegen schon (Google: Link-Best-Practices (externer Link)).
- Jeder Ratgeberartikel verlinkt auf die passende Rechtsgebietsseite.
- Jede Rechtsgebietsseite verlinkt auf die Profile der zuständigen Anwälte.
- Die Startseite verlinkt auf alle Rechtsgebiete.
Schritt 5: Vertrauen sichtbar machen
Google beschreibt mit E-E-A-T, was hilfreiche Inhalte auszeichnet: Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Am wichtigsten ist laut Google die Vertrauenswürdigkeit (Google: Hilfreiche Inhalte erstellen (externer Link)). Für Kanzleien heißt das konkret:
- Anwaltsprofile mit Werdegang, Zulassung, Schwerpunkten, Fachanwaltstiteln (falls verliehen), Veröffentlichungen und Vorträgen.
- Autorenangabe bei jedem Fachbeitrag, verlinkt auf das Profil.
- Datum der letzten Prüfung, denn Rechtslagen ändern sich.
- Quellen: Gesetze und Urteile werden verlinkt, nicht nur erwähnt.
Schritt 6: KI beim Schreiben – erlaubt, aber mit Verantwortung
Google belohnt hochwertige Inhalte, unabhängig davon, wie sie entstanden sind. KI-Texte sind also nicht grundsätzlich schlecht. Wer KI aber nutzt, um Rankings zu manipulieren, verstößt gegen die Spamrichtlinien (Google: Leitfaden zu KI-generierten Inhalten (externer Link)). Ausdrücklich verboten ist der Missbrauch durch massenhaft erstellte Inhalte: viele Seiten, die vor allem für Suchmaschinen und nicht für Menschen gemacht sind (Google: Spamrichtlinien (externer Link)).
Für Kanzleien kommt etwas hinzu: Fachliche Fehler in Rechtstexten schaden dem Ruf und können Menschen in die Irre führen. Nutzen Sie KI deshalb höchstens für Entwürfe und Gliederungen. Jeder veröffentlichte Text sollte von einer Anwältin oder einem Anwalt geprüft und mit Namen gezeichnet sein.
Schritt 7: Messen und nachbessern
Die Google Search Console (externer Link) und die Bing Webmaster Tools (externer Link) sind Ihre wichtigsten Werkzeuge. Einmal im Monat reichen diese Fragen:
| Frage | Wo Sie es sehen | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Welche Seiten bekommen die meisten Klicks? | Leistungsbericht, Tab „Seiten“ | diese Seiten aktuell halten |
| Bei welchen Suchen erscheinen wir oft, werden aber selten geklickt? | hohe Impressionen, niedrige Klickrate | Titel und Beschreibung verbessern |
| Welche Suchen landen auf Position 8 bis 20? | durchschnittliche Position | Inhalt vertiefen, intern verlinken |
| Gibt es Seiten, die nicht indexiert werden? | Bericht „Seiten“ unter „Indexierung“ | Ursache prüfen und beheben |
Mehrsprachige Kanzleien
Wenn Ihre Website mehrere Sprachen hat, etwa Deutsch und Englisch oder Türkisch, helfen hreflang-Angaben. Damit zeigen Sie Google, welche Seite für welche Sprache gedacht ist. Jede Sprachversion muss dabei sich selbst und alle anderen nennen (Google: Lokalisierte Versionen (externer Link)). Eine maschinell übersetzte Seite ohne Prüfung ist allerdings kein Gewinn – für Mandanten nicht und für Suchmaschinen auch nicht.
Die häufigsten Fehler
| Fehler | Folge | Besser so |
|---|---|---|
| Alle Rechtsgebiete auf einer Seite | keine Seite ist wirklich relevant | eine Seite pro Thema |
| Gleicher Titel auf vielen Seiten | Google kann Seiten nicht unterscheiden | eindeutige Titel |
| Texte ohne Autor und Datum | wenig Vertrauen | Autorenbox, Prüfdatum |
| Massenhaft KI-Texte | Verstoß gegen Googles Spamrichtlinien | wenige, geprüfte Inhalte |
| Nie in die Search Console geschaut | Probleme bleiben unbemerkt | monatliche Kontrolle |
| Bing vergessen | Reichweite und Copilot verschenkt | Bing Webmaster Tools nutzen |
Häufige Fragen zu SEO für Kanzleien
Wie lange dauert es, bis SEO wirkt?
Erste Verbesserungen sieht man oft nach einigen Wochen in der Search Console. Bei umkämpften Suchbegriffen in größeren Städten dauert es meist mehrere Monate bis zu einem Jahr, bis Seiten weit oben stehen.
Brauche ich SEO, wenn ich schon Anzeigen schalte?
Ja, wenn Sie langfristig denken. Anzeigen wirken nur, solange Budget fließt. Gute Seiten können auch dann Besucher bringen, wenn keine Anzeige läuft – und sie verbessern die Qualität Ihrer Anzeigen-Zielseiten.
Darf ich Texte mit KI schreiben lassen?
Google bewertet die Qualität, nicht die Entstehung. Massenhaft erstellte Inhalte ohne Mehrwert verstoßen aber gegen die Spamrichtlinien. Bei Rechtsthemen sollte jeder Text fachlich geprüft und von einem Anwalt gezeichnet sein.
Wie viele Seiten braucht eine Kanzlei-Website?
So viele, wie Sie Themen gründlich behandeln können. Eine gute Seite pro Rechtsgebiet und pro wichtigem Anliegen ist besser als viele dünne Seiten.
Lohnt sich ein kostenpflichtiges SEO-Tool?
Für den Start nicht unbedingt. Search Console, Bing Webmaster Tools und die Google-Suchleiste liefern viel. Werkzeuge wie Ahrefs lohnen sich, wenn Sie Mitbewerber und Links genauer analysieren wollen.
Quellen
- Google Search Essentials (externer Link) und Spamrichtlinien (externer Link), Google Search Central
- SEO-Startleitfaden (externer Link), Google Search Central
- Title-Links (externer Link) und Meta-Beschreibungen (externer Link), Google Search Central
- Link-Best-Practices (externer Link), Google Search Central
- Lokalisierte Versionen (hreflang) (externer Link), Google Search Central
- Hilfreiche, vertrauenswürdige Inhalte erstellen (externer Link), Google Search Central
- Leitfaden der Google Suche zu KI-generierten Inhalten (externer Link), Google Search Central Blog, Februar 2023
- Leistungsbericht in der Search Console (externer Link), Google
- Bing Webmaster Guidelines (externer Link), Microsoft Bing
- Google Trends (externer Link)