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Die perfekte Rechtsgebietsseite: Aufbau, Inhalte, Beispiele

Die Rechtsgebietsseite ist die wichtigste Seite einer Kanzlei-Website. Sie soll bei Suchen wie „Anwalt Familienrecht Kassel“ erscheinen und gleichzeitig Menschen überzeugen, die in einer schwierigen Lage sind. Dieser Leitfaden liefert einen Bauplan, den Sie für jedes Rechtsgebiet verwenden können.

Ohne Werbebudget Aktualisiert am 9 Min. Lesezeit von Miklós Bognár Veröffentlicht am

Zwei Seiten, ein Rechtsgebiet

Ein typisches Beispiel: Angenommen, zwei Kanzleien in derselben Stadt haben beide eine Fachanwältin für Familienrecht. Die erste hat auf ihrer Website einen Absatz: „Wir beraten Sie umfassend in allen Fragen des Familienrechts, insbesondere Scheidung, Unterhalt, Sorgerecht und Umgangsrecht.“ Die zweite hat eine eigene Seite. Oben steht, für wen die Kanzlei da ist. Darunter folgen Abschnitte zu Trennung, Scheidung, Unterhalt und Kindern, jeweils mit den Fragen, die Mandanten tatsächlich stellen, einem Hinweis zu Kosten und einem Foto der Anwältin.

Wer „Anwalt Unterhalt Kassel“ sucht, hat gute Chancen, eher die zweite Kanzlei zu finden. Und wer auf beiden Websites landet, ruft wahrscheinlich eher bei der zweiten an.

Eine gute Rechtsgebietsseite ist kein Werbetext, sondern eine Antwort. Sie zeigt, dass die Kanzlei das Anliegen versteht, bevor das erste Gespräch stattfindet.

Eine Seite pro Rechtsgebiet – und manchmal mehr

Jedes Rechtsgebiet, in dem Sie Mandate gewinnen wollen, braucht eine eigene Seite. Für große Rechtsgebiete mit vielen unterschiedlichen Anliegen lohnen sich zusätzlich Unterseiten: etwa im Arbeitsrecht für Kündigung, Abfindung und Aufhebungsvertrag. Welche Unterseiten sinnvoll sind, ergibt sich aus der Keyword-Recherche (Teil 7 dieser Serie).

Die Grundregel: Ein Thema, eine Seite. Mehrere Seiten zum selben Anliegen konkurrieren in der Suche miteinander.

Der Bauplan

Diese Gliederung hat sich für Rechtsgebietsseiten bewährt. Passen Sie sie an Ihr Rechtsgebiet an, aber behalten Sie die Reihenfolge bei: Orientierung zuerst, Details danach.

BausteinInhaltWarum
Seitentitel (title)„Anwalt Familienrecht Kassel – Scheidung, Unterhalt, Kinder · Kanzlei Name“Erscheint als Überschrift im Suchergebnis
Beschreibung (meta description)Ein bis zwei Sätze mit Nutzen und OrtKann als Text im Suchergebnis erscheinen
Hauptüberschrift (H1)„Familienrecht in Kassel: Wir begleiten Sie bei Trennung und Scheidung“Bestätigt: richtig hier
EinleitungFür wen, was, wie – in drei bis vier Sätzen, mit KontaktwegDie Antwort zuerst
Typische AnliegenJe ein Abschnitt pro Anliegen mit den häufigsten FragenDeckt die Suchvarianten ab
Fristen und erste SchritteWas jetzt wichtig ist, mit GesetzeslinkHilft sofort, zeigt Kompetenz
Ablauf der ZusammenarbeitDrei bis vier SchritteNimmt Unsicherheit
KostenWie abgerechnet wird, Rechtsschutz, Beratungshilfe, VerfahrenskostenhilfeDie Frage, die alle haben
AnsprechpersonenFoto, Name, Fachanwaltstitel, SchwerpunkteVertrauen
Häufige FragenFünf bis zehn Fragen mit kurzen AntwortenBeantwortet Restfragen
KontaktTelefon, Formular, ErreichbarkeitNächster Schritt
Weiterführende SeitenLinks zu Unterseiten und RatgebernFührt tiefer, hilft Google

Seitentitel und Beschreibung

Der Seitentitel ist das Erste, was Suchende von Ihrer Seite sehen. Google empfiehlt eindeutige, beschreibende Titel für jede Seite und rät von unnötig langen Titeln und Wiederholungen von Schlüsselwörtern ab (Google: Titellinks (externer Link)). Die Beschreibung kann Google als Textausschnitt verwenden, wenn sie die Seite gut zusammenfasst; eine Garantie dafür gibt es nicht (Google: Snippets (externer Link)).

BesserSchlechter
Anwalt Arbeitsrecht Mainz – Kündigung, Abfindung · Kanzlei WeberStartseite – Kanzlei Weber
Erbrecht in Freiburg: Testament, Pflichtteil, Erbstreit · Kanzlei LangErbrecht Erbrecht Freiburg Anwalt Erbrecht Freiburg
Mietrecht für Mieter in Köln – Kündigung, Mieterhöhung · Kanzlei RothLeistungen

Die Einleitung: die Antwort zuerst

Die ersten drei, vier Sätze entscheiden, ob jemand weiterliest. Sie sollten sagen, für wen Sie da sind, bei welchen Anliegen, wo, und wie man Sie erreicht. Beispiel:

Sie leben in Trennung oder denken über eine Scheidung nach? Wir begleiten Sie in Kassel und Nordhessen bei allen Fragen rund um Trennung, Unterhalt und Kinder. Unsere Fachanwältin für Familienrecht nimmt sich Zeit für Ihre Situation und sagt Ihnen vorab, was die Beratung kostet. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.

Vermeiden Sie Einleitungen über die Bedeutung des Rechtsgebiets („Das Familienrecht ist ein vielschichtiges Rechtsgebiet …“). Das wissen Ihre Besucher.

Die typischen Anliegen

Der Hauptteil der Seite besteht aus Abschnitten zu den Anliegen, mit denen Mandanten kommen. Jeder Abschnitt hat eine Zwischenüberschrift in der Sprache der Mandanten und beantwortet die zwei, drei wichtigsten Fragen. Wo es Fristen gibt, nennen Sie sie mit Link auf den Gesetzestext, zum Beispiel die Drei-Wochen-Frist bei Kündigungen (§ 4 KSchG (externer Link)) oder die Sechs-Wochen-Frist für die Ausschlagung einer Erbschaft (§ 1944 BGB (externer Link)).

Wichtig: Allgemeine Informationen ja, Rechtsberatung im Einzelfall nein. Ein Hinweis wie „Jeder Fall ist anders – wir prüfen Ihre Situation im Gespräch“ gehört dazu, ohne dass er jeden Absatz einleiten muss.

Kosten offen ansprechen

Fast alle Menschen fragen sich vor dem ersten Anruf, was ein Anwalt kostet. Eine Rechtsgebietsseite ohne Hinweis auf Kosten lässt diese Frage offen. Sie müssen keine Preisliste veröffentlichen, aber Orientierung geben:

  • wie das erste Gespräch abgerechnet wird, etwa mit dem Hinweis auf die Obergrenze für eine erste Beratung von Verbrauchern ohne Vergütungsvereinbarung (§ 34 RVG (externer Link)),
  • dass Sie vor jeder Tätigkeit über die Kosten sprechen,
  • ob und wann eine Rechtsschutzversicherung zahlt und dass Sie die Deckungsanfrage übernehmen,
  • wo es staatliche Unterstützung gibt, etwa Beratungshilfe oder Prozess- und Verfahrenskostenhilfe.

Menschen statt Kanzlei

Zeigen Sie auf jeder Rechtsgebietsseite, wer sich um das Anliegen kümmert: Foto, Name, Fachanwaltstitel, Schwerpunkte, ein Satz zur Erfahrung. Das stärkt das Vertrauen der Besucher und hilft auch Suchmaschinen, die Seite einzuordnen. Google betont, dass unter den Aspekten Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit die Vertrauenswürdigkeit am wichtigsten ist (Google: Hilfreiche Inhalte (externer Link)).

Achten Sie bei Schwerpunktangaben auf die Regeln: Teilbereiche dürfen Sie nur nennen, wenn Sie entsprechende Kenntnisse nachweisen können, und qualifizierende Zusätze wie „Spezialist“ setzen mehr voraus (§ 7 BORA (externer Link)). Mehr dazu in Teil 3 dieser Serie.

Häufige Fragen auf der Seite

Ein Abschnitt mit fünf bis zehn Fragen und kurzen Antworten beantwortet die letzten Unsicherheiten und deckt weitere Suchvarianten ab. Er ist außerdem eine gute Quelle für KI-Assistenten, die nach klaren Antworten suchen.

Ein Hinweis zur Technik: Google zeigt seit dem 7. Mai 2026 keine FAQ-Rich-Ergebnisse mehr in der Suche an (Google: FAQ-Seiten (externer Link)). Der FAQ-Bereich lohnt sich trotzdem – für Ihre Besucher und für die Verständlichkeit der Seite. Erwarten Sie nur keine aufklappbaren Fragen mehr direkt im Suchergebnis.

Strukturierte Daten

Strukturierte Daten helfen Suchmaschinen, die Seite einzuordnen: wer die Kanzlei ist, wo sie sitzt, wer die Seite verfasst hat. Google empfiehlt dafür im Allgemeinen das Format JSON-LD (Google: Einführung in strukturierte Daten (externer Link)). Für Kanzleien eignen sich vor allem:

Prüfen Sie das Ergebnis mit dem Test für Rich-Suchergebnisse (externer Link) und dem Schema Markup Validator (externer Link). Strukturierte Daten sind kein Ranking-Wundermittel, aber ein sauberes Fundament.

Interne Verlinkung

Verlinken Sie die Rechtsgebietsseite von der Startseite und aus dem Menü. Verlinken Sie von der Rechtsgebietsseite auf Unterseiten und passende Ratgeber, und von dort zurück. Google folgt Links, die als normale HTML-Links mit aussagekräftigem Linktext gesetzt sind (Google: Crawlbare Links (externer Link)). „Mehr zum Thema Abfindung“ ist besser als „hier klicken“.

Ein vollständiges Beispiel: Familienrecht

So könnte die Gliederung einer Seite für eine Kanzlei in Kassel aussehen:

  1. H1: Familienrecht in Kassel: Wir begleiten Sie bei Trennung und Scheidung
  2. Einleitung mit Telefon und Kontaktweg
  3. H2: Trennung – was Sie jetzt regeln sollten
  4. H2: Scheidung – Ablauf, Dauer und Kosten
  5. H2: Unterhalt für Kinder und Ehepartner
  6. H2: Sorgerecht und Umgang – wenn es um die Kinder geht
  7. H2: Vermögen, Haus und Zugewinn
  8. H2: So arbeiten wir mit Ihnen
  9. H2: Was kostet die Beratung? Rechtsschutz und Verfahrenskostenhilfe
  10. H2: Ihre Ansprechpartnerin – mit Foto, Fachanwaltstitel, Schwerpunkten
  11. H2: Häufige Fragen
  12. Kontakt und Links zu Unterseiten, etwa „Unterhalt berechnen“ oder „Scheidung ohne Streit“

Wie Mandanten in diesem Rechtsgebiet suchen, beschreibt unsere Seite zum Familienrecht. Für 14 weitere Rechtsgebiete finden Sie entsprechende Seiten in der Übersicht.

Wie lang sollte die Seite sein?

Es gibt keine ideale Wortzahl. Google sagt ausdrücklich, dass es keine bevorzugte Länge gibt (Google: Hilfreiche Inhalte (externer Link)). Die Seite sollte so lang sein, dass die wichtigsten Fragen beantwortet sind, und so gegliedert, dass Eilige trotzdem schnell das Richtige finden. Für ein großes Rechtsgebiet sind das oft deutlich mehr als 1.000 Wörter, für eine kleine Unterseite reichen manchmal 600.

Die häufigsten Fehler

FehlerFolgeBesser so
Alle Rechtsgebiete auf einer SeiteKeine Sichtbarkeit für einzelne GebieteEine eigene Seite pro Rechtsgebiet
Einleitung über die Bedeutung des RechtsgebietsBesucher springen abFür wen, was, wo – sofort
Fachsprache in ÜberschriftenPasst nicht zu den SuchanfragenWorte der Mandanten verwenden
Kein Wort zu KostenUnsicherheit verhindert den AnrufKostenorientierung geben
Keine PersonenWenig VertrauenFoto, Titel und Schwerpunkte
Seite einmal geschrieben, nie aktualisiertVeraltete Fristen und RegelnEinmal im Quartal prüfen, Datum anzeigen

Ihre Checkliste

  1. Für jedes wichtige Rechtsgebiet eine eigene Seite anlegen.
  2. Eindeutigen Seitentitel mit Rechtsgebiet und Ort formulieren.
  3. Einleitung mit Antwort und Kontaktweg schreiben.
  4. Abschnitte zu den typischen Anliegen mit den Fragen aus der Keyword-Recherche.
  5. Fristen mit Gesetzeslink nennen.
  6. Kostenorientierung geben.
  7. Ansprechpersonen mit Foto und Titel zeigen.
  8. FAQ-Bereich mit fünf bis zehn Fragen.
  9. Strukturierte Daten einbauen und prüfen.
  10. Intern verlinken und Datum der letzten Prüfung anzeigen.

Häufige Fragen

Soll ich für jede Stadt eine eigene Seite anlegen?

Nur, wenn Sie dort tatsächlich einen Standort haben. Seiten für Orte, an denen Sie nicht vertreten sind, wirken schnell wie Spam und können irreführend sein.

Darf ich Urteile und Fälle auf der Seite erwähnen?

Allgemeine Rechtsprechung ja, mit Quelle. Eigene Fälle nur anonymisiert und ohne Rückschluss auf Mandanten oder mit deren ausdrücklicher Einwilligung.

Wie oft sollte ich die Seite aktualisieren?

Prüfen Sie sie einmal im Quartal und sofort, wenn sich Gesetze oder Fristen ändern. Zeigen Sie das Datum der letzten Prüfung auf der Seite an.

Lohnen sich FAQ noch, wenn Google keine FAQ-Ergebnisse mehr zeigt?

Ja. Ihre Besucher profitieren von kurzen, klaren Antworten, und KI-Assistenten greifen gern auf solche Inhalte zurück.

Kann ich KI zum Schreiben nutzen?

Als Hilfe für Gliederung und Formulierung ja. Die fachlichen Aussagen müssen aber von einer Anwältin oder einem Anwalt stammen oder geprüft sein. Geben Sie keine Mandantendaten in KI-Werkzeuge ein.

Quellen