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Das Google-Unternehmensprofil für Kanzleien – die komplette Anleitung

Das Google-Unternehmensprofil ist für die meisten Kanzleien einer der wirksamsten Hebel, die ohne Werbebudget auskommen. Es entscheidet mit darüber, ob Ihre Kanzlei in der Karte erscheint, wenn jemand „Anwalt“ und den Ort sucht. Diese Anleitung führt Sie durch Einrichtung, Optimierung und Pflege – mit den Regeln, die Google für Kanzleien und einzelne Anwälte aufstellt.

Ohne Werbebudget Aktualisiert am 10 Min. Lesezeit von Miklós Bognár Veröffentlicht am

Drei Kanzleien in der Karte

Wer in einer deutschen Stadt „Anwalt Familienrecht“ sucht, sieht meist zuerst eine Karte mit drei Kanzleien. Diese drei Plätze bekommen einen großen Teil der Aufmerksamkeit: Sie stehen oben, zeigen Sterne, Öffnungszeiten und einen Knopf zum Anrufen.

Ein typisches Beispiel: Eine Kanzlei für Familienrecht in Kassel steht lange auf Platz sieben der Kartenliste, obwohl sie zentral liegt. Ihr Profil hat die Kategorie „Rechtsanwalt“, keine Leistungen, drei alte Fotos und zwölf Bewertungen. Innerhalb von drei Monaten ändert sie vier Dinge: Hauptkategorie auf „Anwalt für Familienrecht“, alle Leistungen einzeln beschrieben, aktuelle Fotos von Team und Räumen, und nach jedem abgeschlossenen Mandat eine freundliche Bitte um Bewertung. Danach kann sie deutlich öfter unter den ersten drei auftauchen.

Ein Garant ist das nicht. Aber kaum eine andere Maßnahme kann mit so wenig Aufwand so viel Sichtbarkeit bringen.

Wie Google die Karte sortiert

Bevor Sie loslegen, lohnt sich ein Blick auf die Regeln. Google nennt drei Faktoren für die lokalen Ergebnisse (Google: Ranking in lokalen Suchergebnissen (externer Link)):

FaktorWas er bedeutetIhr Einfluss
RelevanzWie gut Ihr Profil zur Suche passtHoch: Kategorie, Leistungen, Beschreibung, Website
EntfernungWie weit Ihre Kanzlei vom Suchenden oder vom gesuchten Ort entfernt istKeiner – Ihre Adresse ist, wie sie ist
BekanntheitWie bekannt Ihre Kanzlei online und offline istMittel: Bewertungen, Erwähnungen, Links, Ihre Website

Google betont außerdem, dass ein vollständiges, aktuelles Profil die Chancen verbessert, und dass für bessere Platzierungen nicht bezahlt werden kann. Bezahlte Anzeigen in der Karte sind als Anzeige gekennzeichnet und eine eigene Sache.

Schritt 1: Profil anlegen oder übernehmen

Suchen Sie zunächst bei Google Maps nach Ihrer Kanzlei. Oft existiert bereits ein Profil, das Google automatisch angelegt hat oder das ein früherer Mitarbeiter eingerichtet hat. Dann übernehmen Sie es, statt ein neues anzulegen – doppelte Profile schaden.

Gibt es noch keins, legen Sie es über die Registrierung bei Google an (Google: Für ein Unternehmensprofil registrieren (externer Link)). Verwenden Sie dafür ein Google-Konto der Kanzlei, nicht das private Konto einer Mitarbeiterin.

Schritt 2: Die Bestätigung

Bevor Ihre Angaben sichtbar werden, müssen Sie bestätigen, dass Sie die Kanzlei tatsächlich führen. Google bietet je nach Fall verschiedene Wege an: einen Videoanruf, bei dem Sie Standort und Nachweise zeigen, einen Code per Telefon oder SMS, eine E-Mail oder eine Postkarte an die Kanzleiadresse (Google: Unternehmen bestätigen (externer Link)). Welche Wege Ihnen angeboten werden, entscheidet Google automatisch.

Für den Videoanruf halten Sie bereit: das Kanzleischild am Eingang, die Räume, einen Nachweis wie eine Rechnung oder ein Schreiben mit Kanzleiname und Adresse.

Schritt 3: Name, Adresse, Telefon

Der Name

Tragen Sie den Namen ein, unter dem Ihre Kanzlei im Alltag auftritt – auf dem Schild, im Briefkopf, auf der Website. Google erlaubt keine zusätzlichen Angaben im Namen, etwa Werbesprüche, Ortsangaben oder Leistungsbeschreibungen (Google: Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens (externer Link)). „Kanzlei Weber – Anwalt Arbeitsrecht Mainz“ ist deshalb nicht zulässig, wenn die Kanzlei nicht so heißt. Solche Zusätze können zur Sperrung des Profils führen.

Adresse und Einzugsgebiet

Die Adresse muss ein echter Standort sein, an dem während der Öffnungszeiten Personal vor Ort ist. Für reine Briefkastenadressen oder virtuelle Büros ohne Personal ist kein Profil erlaubt (ebenda). Wenn Sie auch Mandanten in umliegenden Orten betreuen, können Sie zusätzlich ein Einzugsgebiet angeben.

Telefon und Website

Geben Sie eine Telefonnummer an, unter der tatsächlich jemand erreichbar ist, idealerweise eine Ortsnetznummer. Verlinken Sie die passende Seite Ihrer Website. Bei einer Kanzlei mit einem Standort ist das meist die Startseite; bei mehreren Standorten die jeweilige Standortseite.

Schritt 4: Kategorien – die wichtigste Einstellung

Die Hauptkategorie hat großen Einfluss darauf, bei welchen Suchen Ihr Profil erscheint. Google empfiehlt, die Kategorie so spezifisch wie möglich zu wählen und so, dass sie Ihr Unternehmen als Ganzes beschreibt (Google: Unternehmenskategorie verwalten (externer Link)).

Für Kanzleien heißt das:

  • Hauptkategorie: Das Rechtsgebiet, mit dem Sie am meisten gefunden werden wollen, etwa „Anwalt für Arbeitsrecht“ oder „Anwalt für Familienrecht“, sofern Google diese Kategorie anbietet. Die allgemeine Kategorie „Rechtsanwalt“ ist nur dann die beste Wahl, wenn Sie wirklich breit aufgestellt sind.
  • Weitere Kategorien: Ihre anderen Rechtsgebiete, sparsam und nur, wenn sie zutreffen.

Tippen Sie bei der Auswahl verschiedene Begriffe ein. Die verfügbaren Kategorien ändern sich gelegentlich. Prüfen Sie auch, welche Kategorien gut platzierte Mitbewerber nutzen – das sehen Sie in deren Profil unter dem Namen.

Schritt 5: Leistungen, Beschreibung, Öffnungszeiten

Leistungen: Legen Sie jede wichtige Leistung einzeln an, etwa „Kündigungsschutzklage“, „Prüfung von Aufhebungsverträgen“, „Abfindungsverhandlung“, und beschreiben Sie sie in zwei, drei Sätzen. Verwenden Sie die Worte Ihrer Mandanten.

Beschreibung: Schreiben Sie einige Sätze dazu, für wen Sie was tun, wo Sie tätig sind und was Sie auszeichnet – sachlich, ohne Superlative und ohne Telefonnummern oder Links. Die Regeln für Anwaltswerbung gelten auch hier (Teil 3 dieser Serie).

Öffnungszeiten: Tragen Sie die echten Zeiten ein, in denen jemand erreichbar ist. Pflegen Sie Sonderöffnungszeiten für Feiertage und Betriebsferien. Nichts ist ärgerlicher als ein Profil, das „geöffnet“ zeigt, während niemand ans Telefon geht.

Merkmale: Wenn Google Merkmale wie einen barrierefreien Eingang, Online-Termine oder Sprachangebote anbietet, füllen Sie sie aus, soweit sie zutreffen.

Schritt 6: Fotos

Fotos zeigen, wer hinter der Kanzlei steht. Sinnvoll sind:

  • Logo und ein Titelbild,
  • Außenansicht mit Eingang, damit Mandanten die Kanzlei finden,
  • Empfang und Besprechungsraum,
  • Team- und Personenfotos.

Verwenden Sie echte, aktuelle Fotos, keine Bilder aus Bildagenturen. Achten Sie darauf, dass auf Fotos keine Akten, Bildschirme oder Unterlagen mit Mandantendaten zu sehen sind.

Schritt 7: Profile für einzelne Anwältinnen und Anwälte

Google behandelt Anwältinnen und Anwälte als „unabhängige Fachkräfte“. Sie dürfen ein eigenes Profil haben, wenn sie am bestätigten Standort während der Öffnungszeiten direkt erreichbar sind und Mandantenkontakt haben (Google: Richtlinien (externer Link)). Dabei gelten diese Regeln:

SituationRegel
Mehrere Anwälte an einem StandortDie Kanzlei hat ein eigenes Profil; jede Fachkraft darf ein eigenes Profil haben, dessen Name nur den Namen der Person enthält
Angestellte ohne eigenen MandantenkontaktKein eigenes Profil
Eine Person, mehrere RechtsgebieteKein zusätzliches Profil pro Rechtsgebiet

Ob eigene Profile für einzelne Personen sinnvoll sind, hängt von Ihrer Kanzlei ab. Sie können zusätzliche Sichtbarkeit bringen, verteilen aber auch Bewertungen und Pflegeaufwand. Für die meisten kleineren Kanzleien ist ein starkes Kanzleiprofil die bessere Wahl.

Schritt 8: Mehrere Standorte

Jeder Standort mit Personal und Mandantenkontakt bekommt ein eigenes Profil mit eigener Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Fotos. Verlinken Sie jeweils eine eigene Standortseite auf Ihrer Website. Profile für Orte, an denen niemand arbeitet, verstoßen gegen die Richtlinien und können bei Anwaltswerbung zudem irreführend sein.

Schritt 9: Zugriffe richtig verteilen

Ein Profil kann mehrere Inhaber und Administratoren haben. Inhaber haben die volle Kontrolle, Administratoren können fast alles bearbeiten, aber keine Nutzer verwalten und das Profil nicht löschen (Google: Inhaber und Administratoren verwalten (externer Link)).

Bewährt hat sich:

  • Primärer Inhaber: ein Konto der Kanzlei, nicht einer einzelnen Person,
  • Weitere Inhaber: eine Partnerin oder ein Partner,
  • Administratoren: Mitarbeitende und Dienstleister.

Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Dienstleister ausscheidet, entfernen Sie den Zugriff sofort.

Schritt 10: Beiträge und Pflege

Mit Beiträgen zeigen Sie, dass Ihre Kanzlei aktiv ist (Google: Beiträge (externer Link)). Für Kanzleien eignen sich Hinweise auf neue Ratgeber, Gesetzesänderungen, Vorträge oder geänderte Öffnungszeiten. Zwei Beiträge im Monat reichen.

Planen Sie außerdem einmal im Monat 15 Minuten für die Pflege ein: Öffnungszeiten prüfen, neue Fotos hochladen, Bewertungen beantworten, Änderungsvorschläge von Nutzern kontrollieren. Google und andere Nutzer können Änderungen an Ihrem Profil vorschlagen. Prüfen Sie diese regelmäßig, damit keine falschen Angaben übernommen werden.

Schritt 11: Bewertungen

Bewertungen gehören zu den sichtbarsten Signalen eines Profils. Wie Sie fair, im Rahmen der Google-Richtlinien und mit Rücksicht auf die Verschwiegenheitspflicht um Bewertungen bitten und auf sie antworten, erklärt Teil 13 dieser Serie ausführlich.

Schritt 12: Auswerten

Im Bereich „Leistung“ Ihres Profils sehen Sie, wie oft es angezeigt wurde, wie viele Menschen angerufen, eine Route angefragt oder Ihre Website besucht haben. Notieren Sie diese Zahlen einmal im Monat in einer Tabelle. Nach drei Monaten sehen Sie, ob neue Kategorien, Fotos oder Bewertungen etwas bewegen. Wie Sie diese Zahlen mit den übrigen Kanälen zusammenführen, zeigt Teil 21 dieser Serie.

Was Sie nicht tun sollten

VerstoßWarum es schadet
Suchbegriffe oder Ortsnamen im NamenVerstößt gegen die Richtlinien, Profil kann gesperrt werden
Profile für Standorte ohne PersonalVerstößt gegen die Richtlinien und kann irreführend sein
Mehrere Profile für denselben StandortVerwirrung, Risiko der Sperrung
Gekaufte oder selbst geschriebene BewertungenVerstößt gegen Googles Richtlinien und ist wettbewerbsrechtlich unzulässig
Mandantendetails in Antworten auf BewertungenVerletzt die Verschwiegenheitspflicht
Falsche ÖffnungszeitenEnttäuschte Anrufer, schlechte Bewertungen

Wenn Mitbewerber gegen die Regeln verstoßen, etwa mit Suchbegriffen im Namen, können Sie über Google Maps eine Änderung vorschlagen. Konzentrieren Sie sich aber vor allem auf Ihr eigenes Profil.

Ihre Checkliste

  1. Prüfen, ob schon ein Profil existiert, und es übernehmen.
  2. Profil mit einem Kanzlei-Konto bestätigen.
  3. Name exakt wie im Alltag, ohne Zusätze.
  4. Adresse, Einzugsgebiet, Telefon und Website eintragen.
  5. Spezifische Hauptkategorie und passende weitere Kategorien wählen.
  6. Jede Leistung einzeln anlegen und beschreiben.
  7. Beschreibung sachlich und vollständig formulieren.
  8. Öffnungszeiten und Sonderöffnungszeiten pflegen.
  9. Echte Fotos von Eingang, Räumen und Team hochladen.
  10. Zugriffe sauber verteilen.
  11. Zwei Beiträge pro Monat veröffentlichen.
  12. Leistungszahlen monatlich notieren.

Häufige Fragen

Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?

Nein. Das Profil ist kostenlos. Sie können zusätzlich Anzeigen schalten, das ist aber unabhängig vom Profil.

Welche Kategorie soll ich als Hauptkategorie wählen?

Die spezifischste Kategorie, die Ihre Kanzlei als Ganzes beschreibt – meist das Rechtsgebiet, mit dem Sie am meisten gefunden werden möchten. Weitere Rechtsgebiete tragen Sie als zusätzliche Kategorien ein.

Darf ich „Fachanwalt“ in den Namen schreiben?

Nein, der Name des Profils soll dem tatsächlichen Namen der Kanzlei entsprechen, ohne Zusätze. Fachanwaltstitel gehören in die Beschreibung und auf die Website, und zwar nur, wenn sie tatsächlich verliehen wurden.

Soll jede Anwältin ein eigenes Profil bekommen?

Google erlaubt das unter bestimmten Voraussetzungen. Für kleinere Kanzleien ist ein starkes gemeinsames Profil meist wirksamer, weil sich Bewertungen und Pflege auf ein Profil konzentrieren.

Warum erscheine ich nicht in der Karte, obwohl mein Profil vollständig ist?

Die Entfernung zum Suchenden spielt eine große Rolle, ebenso die Bekanntheit Ihrer Kanzlei im Vergleich zu Mitbewerbern. Arbeiten Sie an Bewertungen, Ihrer Website und Erwähnungen im Netz. Prüfen Sie auch, ob die Hauptkategorie wirklich passt.

Was mache ich mit einem alten, doppelten Profil?

Übernehmen Sie es und lassen Sie es von Google als Duplikat entfernen oder zusammenführen. Doppelte Profile verteilen Bewertungen und verwirren Suchende.

Quellen