Drei Kanzleien in der Karte
Wer in einer deutschen Stadt „Anwalt Familienrecht“ sucht, sieht meist zuerst eine Karte mit drei Kanzleien. Diese drei Plätze bekommen einen großen Teil der Aufmerksamkeit: Sie stehen oben, zeigen Sterne, Öffnungszeiten und einen Knopf zum Anrufen.
Ein typisches Beispiel: Eine Kanzlei für Familienrecht in Kassel steht lange auf Platz sieben der Kartenliste, obwohl sie zentral liegt. Ihr Profil hat die Kategorie „Rechtsanwalt“, keine Leistungen, drei alte Fotos und zwölf Bewertungen. Innerhalb von drei Monaten ändert sie vier Dinge: Hauptkategorie auf „Anwalt für Familienrecht“, alle Leistungen einzeln beschrieben, aktuelle Fotos von Team und Räumen, und nach jedem abgeschlossenen Mandat eine freundliche Bitte um Bewertung. Danach kann sie deutlich öfter unter den ersten drei auftauchen.
Ein Garant ist das nicht. Aber kaum eine andere Maßnahme kann mit so wenig Aufwand so viel Sichtbarkeit bringen.
Wie Google die Karte sortiert
Bevor Sie loslegen, lohnt sich ein Blick auf die Regeln. Google nennt drei Faktoren für die lokalen Ergebnisse (Google: Ranking in lokalen Suchergebnissen (externer Link)):
| Faktor | Was er bedeutet | Ihr Einfluss |
|---|---|---|
| Relevanz | Wie gut Ihr Profil zur Suche passt | Hoch: Kategorie, Leistungen, Beschreibung, Website |
| Entfernung | Wie weit Ihre Kanzlei vom Suchenden oder vom gesuchten Ort entfernt ist | Keiner – Ihre Adresse ist, wie sie ist |
| Bekanntheit | Wie bekannt Ihre Kanzlei online und offline ist | Mittel: Bewertungen, Erwähnungen, Links, Ihre Website |
Google betont außerdem, dass ein vollständiges, aktuelles Profil die Chancen verbessert, und dass für bessere Platzierungen nicht bezahlt werden kann. Bezahlte Anzeigen in der Karte sind als Anzeige gekennzeichnet und eine eigene Sache.
Schritt 1: Profil anlegen oder übernehmen
Suchen Sie zunächst bei Google Maps nach Ihrer Kanzlei. Oft existiert bereits ein Profil, das Google automatisch angelegt hat oder das ein früherer Mitarbeiter eingerichtet hat. Dann übernehmen Sie es, statt ein neues anzulegen – doppelte Profile schaden.
Gibt es noch keins, legen Sie es über die Registrierung bei Google an (Google: Für ein Unternehmensprofil registrieren (externer Link)). Verwenden Sie dafür ein Google-Konto der Kanzlei, nicht das private Konto einer Mitarbeiterin.
Schritt 2: Die Bestätigung
Bevor Ihre Angaben sichtbar werden, müssen Sie bestätigen, dass Sie die Kanzlei tatsächlich führen. Google bietet je nach Fall verschiedene Wege an: einen Videoanruf, bei dem Sie Standort und Nachweise zeigen, einen Code per Telefon oder SMS, eine E-Mail oder eine Postkarte an die Kanzleiadresse (Google: Unternehmen bestätigen (externer Link)). Welche Wege Ihnen angeboten werden, entscheidet Google automatisch.
Für den Videoanruf halten Sie bereit: das Kanzleischild am Eingang, die Räume, einen Nachweis wie eine Rechnung oder ein Schreiben mit Kanzleiname und Adresse.
Schritt 3: Name, Adresse, Telefon
Der Name
Tragen Sie den Namen ein, unter dem Ihre Kanzlei im Alltag auftritt – auf dem Schild, im Briefkopf, auf der Website. Google erlaubt keine zusätzlichen Angaben im Namen, etwa Werbesprüche, Ortsangaben oder Leistungsbeschreibungen (Google: Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens (externer Link)). „Kanzlei Weber – Anwalt Arbeitsrecht Mainz“ ist deshalb nicht zulässig, wenn die Kanzlei nicht so heißt. Solche Zusätze können zur Sperrung des Profils führen.
Adresse und Einzugsgebiet
Die Adresse muss ein echter Standort sein, an dem während der Öffnungszeiten Personal vor Ort ist. Für reine Briefkastenadressen oder virtuelle Büros ohne Personal ist kein Profil erlaubt (ebenda). Wenn Sie auch Mandanten in umliegenden Orten betreuen, können Sie zusätzlich ein Einzugsgebiet angeben.
Telefon und Website
Geben Sie eine Telefonnummer an, unter der tatsächlich jemand erreichbar ist, idealerweise eine Ortsnetznummer. Verlinken Sie die passende Seite Ihrer Website. Bei einer Kanzlei mit einem Standort ist das meist die Startseite; bei mehreren Standorten die jeweilige Standortseite.
Schritt 4: Kategorien – die wichtigste Einstellung
Die Hauptkategorie hat großen Einfluss darauf, bei welchen Suchen Ihr Profil erscheint. Google empfiehlt, die Kategorie so spezifisch wie möglich zu wählen und so, dass sie Ihr Unternehmen als Ganzes beschreibt (Google: Unternehmenskategorie verwalten (externer Link)).
Für Kanzleien heißt das:
- Hauptkategorie: Das Rechtsgebiet, mit dem Sie am meisten gefunden werden wollen, etwa „Anwalt für Arbeitsrecht“ oder „Anwalt für Familienrecht“, sofern Google diese Kategorie anbietet. Die allgemeine Kategorie „Rechtsanwalt“ ist nur dann die beste Wahl, wenn Sie wirklich breit aufgestellt sind.
- Weitere Kategorien: Ihre anderen Rechtsgebiete, sparsam und nur, wenn sie zutreffen.
Tippen Sie bei der Auswahl verschiedene Begriffe ein. Die verfügbaren Kategorien ändern sich gelegentlich. Prüfen Sie auch, welche Kategorien gut platzierte Mitbewerber nutzen – das sehen Sie in deren Profil unter dem Namen.
Schritt 5: Leistungen, Beschreibung, Öffnungszeiten
Leistungen: Legen Sie jede wichtige Leistung einzeln an, etwa „Kündigungsschutzklage“, „Prüfung von Aufhebungsverträgen“, „Abfindungsverhandlung“, und beschreiben Sie sie in zwei, drei Sätzen. Verwenden Sie die Worte Ihrer Mandanten.
Beschreibung: Schreiben Sie einige Sätze dazu, für wen Sie was tun, wo Sie tätig sind und was Sie auszeichnet – sachlich, ohne Superlative und ohne Telefonnummern oder Links. Die Regeln für Anwaltswerbung gelten auch hier (Teil 3 dieser Serie).
Öffnungszeiten: Tragen Sie die echten Zeiten ein, in denen jemand erreichbar ist. Pflegen Sie Sonderöffnungszeiten für Feiertage und Betriebsferien. Nichts ist ärgerlicher als ein Profil, das „geöffnet“ zeigt, während niemand ans Telefon geht.
Merkmale: Wenn Google Merkmale wie einen barrierefreien Eingang, Online-Termine oder Sprachangebote anbietet, füllen Sie sie aus, soweit sie zutreffen.
Schritt 6: Fotos
Fotos zeigen, wer hinter der Kanzlei steht. Sinnvoll sind:
- Logo und ein Titelbild,
- Außenansicht mit Eingang, damit Mandanten die Kanzlei finden,
- Empfang und Besprechungsraum,
- Team- und Personenfotos.
Verwenden Sie echte, aktuelle Fotos, keine Bilder aus Bildagenturen. Achten Sie darauf, dass auf Fotos keine Akten, Bildschirme oder Unterlagen mit Mandantendaten zu sehen sind.
Schritt 7: Profile für einzelne Anwältinnen und Anwälte
Google behandelt Anwältinnen und Anwälte als „unabhängige Fachkräfte“. Sie dürfen ein eigenes Profil haben, wenn sie am bestätigten Standort während der Öffnungszeiten direkt erreichbar sind und Mandantenkontakt haben (Google: Richtlinien (externer Link)). Dabei gelten diese Regeln:
| Situation | Regel |
|---|---|
| Mehrere Anwälte an einem Standort | Die Kanzlei hat ein eigenes Profil; jede Fachkraft darf ein eigenes Profil haben, dessen Name nur den Namen der Person enthält |
| Angestellte ohne eigenen Mandantenkontakt | Kein eigenes Profil |
| Eine Person, mehrere Rechtsgebiete | Kein zusätzliches Profil pro Rechtsgebiet |
Ob eigene Profile für einzelne Personen sinnvoll sind, hängt von Ihrer Kanzlei ab. Sie können zusätzliche Sichtbarkeit bringen, verteilen aber auch Bewertungen und Pflegeaufwand. Für die meisten kleineren Kanzleien ist ein starkes Kanzleiprofil die bessere Wahl.
Schritt 8: Mehrere Standorte
Jeder Standort mit Personal und Mandantenkontakt bekommt ein eigenes Profil mit eigener Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Fotos. Verlinken Sie jeweils eine eigene Standortseite auf Ihrer Website. Profile für Orte, an denen niemand arbeitet, verstoßen gegen die Richtlinien und können bei Anwaltswerbung zudem irreführend sein.
Schritt 9: Zugriffe richtig verteilen
Ein Profil kann mehrere Inhaber und Administratoren haben. Inhaber haben die volle Kontrolle, Administratoren können fast alles bearbeiten, aber keine Nutzer verwalten und das Profil nicht löschen (Google: Inhaber und Administratoren verwalten (externer Link)).
Bewährt hat sich:
- Primärer Inhaber: ein Konto der Kanzlei, nicht einer einzelnen Person,
- Weitere Inhaber: eine Partnerin oder ein Partner,
- Administratoren: Mitarbeitende und Dienstleister.
Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Dienstleister ausscheidet, entfernen Sie den Zugriff sofort.
Schritt 10: Beiträge und Pflege
Mit Beiträgen zeigen Sie, dass Ihre Kanzlei aktiv ist (Google: Beiträge (externer Link)). Für Kanzleien eignen sich Hinweise auf neue Ratgeber, Gesetzesänderungen, Vorträge oder geänderte Öffnungszeiten. Zwei Beiträge im Monat reichen.
Planen Sie außerdem einmal im Monat 15 Minuten für die Pflege ein: Öffnungszeiten prüfen, neue Fotos hochladen, Bewertungen beantworten, Änderungsvorschläge von Nutzern kontrollieren. Google und andere Nutzer können Änderungen an Ihrem Profil vorschlagen. Prüfen Sie diese regelmäßig, damit keine falschen Angaben übernommen werden.
Schritt 11: Bewertungen
Bewertungen gehören zu den sichtbarsten Signalen eines Profils. Wie Sie fair, im Rahmen der Google-Richtlinien und mit Rücksicht auf die Verschwiegenheitspflicht um Bewertungen bitten und auf sie antworten, erklärt Teil 13 dieser Serie ausführlich.
Schritt 12: Auswerten
Im Bereich „Leistung“ Ihres Profils sehen Sie, wie oft es angezeigt wurde, wie viele Menschen angerufen, eine Route angefragt oder Ihre Website besucht haben. Notieren Sie diese Zahlen einmal im Monat in einer Tabelle. Nach drei Monaten sehen Sie, ob neue Kategorien, Fotos oder Bewertungen etwas bewegen. Wie Sie diese Zahlen mit den übrigen Kanälen zusammenführen, zeigt Teil 21 dieser Serie.
Was Sie nicht tun sollten
| Verstoß | Warum es schadet |
|---|---|
| Suchbegriffe oder Ortsnamen im Namen | Verstößt gegen die Richtlinien, Profil kann gesperrt werden |
| Profile für Standorte ohne Personal | Verstößt gegen die Richtlinien und kann irreführend sein |
| Mehrere Profile für denselben Standort | Verwirrung, Risiko der Sperrung |
| Gekaufte oder selbst geschriebene Bewertungen | Verstößt gegen Googles Richtlinien und ist wettbewerbsrechtlich unzulässig |
| Mandantendetails in Antworten auf Bewertungen | Verletzt die Verschwiegenheitspflicht |
| Falsche Öffnungszeiten | Enttäuschte Anrufer, schlechte Bewertungen |
Wenn Mitbewerber gegen die Regeln verstoßen, etwa mit Suchbegriffen im Namen, können Sie über Google Maps eine Änderung vorschlagen. Konzentrieren Sie sich aber vor allem auf Ihr eigenes Profil.
Ihre Checkliste
- Prüfen, ob schon ein Profil existiert, und es übernehmen.
- Profil mit einem Kanzlei-Konto bestätigen.
- Name exakt wie im Alltag, ohne Zusätze.
- Adresse, Einzugsgebiet, Telefon und Website eintragen.
- Spezifische Hauptkategorie und passende weitere Kategorien wählen.
- Jede Leistung einzeln anlegen und beschreiben.
- Beschreibung sachlich und vollständig formulieren.
- Öffnungszeiten und Sonderöffnungszeiten pflegen.
- Echte Fotos von Eingang, Räumen und Team hochladen.
- Zugriffe sauber verteilen.
- Zwei Beiträge pro Monat veröffentlichen.
- Leistungszahlen monatlich notieren.
Häufige Fragen
Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?
Nein. Das Profil ist kostenlos. Sie können zusätzlich Anzeigen schalten, das ist aber unabhängig vom Profil.
Welche Kategorie soll ich als Hauptkategorie wählen?
Die spezifischste Kategorie, die Ihre Kanzlei als Ganzes beschreibt – meist das Rechtsgebiet, mit dem Sie am meisten gefunden werden möchten. Weitere Rechtsgebiete tragen Sie als zusätzliche Kategorien ein.
Darf ich „Fachanwalt“ in den Namen schreiben?
Nein, der Name des Profils soll dem tatsächlichen Namen der Kanzlei entsprechen, ohne Zusätze. Fachanwaltstitel gehören in die Beschreibung und auf die Website, und zwar nur, wenn sie tatsächlich verliehen wurden.
Soll jede Anwältin ein eigenes Profil bekommen?
Google erlaubt das unter bestimmten Voraussetzungen. Für kleinere Kanzleien ist ein starkes gemeinsames Profil meist wirksamer, weil sich Bewertungen und Pflege auf ein Profil konzentrieren.
Warum erscheine ich nicht in der Karte, obwohl mein Profil vollständig ist?
Die Entfernung zum Suchenden spielt eine große Rolle, ebenso die Bekanntheit Ihrer Kanzlei im Vergleich zu Mitbewerbern. Arbeiten Sie an Bewertungen, Ihrer Website und Erwähnungen im Netz. Prüfen Sie auch, ob die Hauptkategorie wirklich passt.
Was mache ich mit einem alten, doppelten Profil?
Übernehmen Sie es und lassen Sie es von Google als Duplikat entfernen oder zusammenführen. Doppelte Profile verteilen Bewertungen und verwirren Suchende.
Quellen
- Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern (externer Link), Google
- Für ein Unternehmensprofil registrieren (externer Link), Google
- Unternehmen bei Google bestätigen (externer Link), Google
- Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google (externer Link), Google
- Unternehmenskategorie verwalten (externer Link), Google
- Inhaber und Administratoren Ihres Unternehmensprofils verwalten (externer Link), Google
- Beiträge in Ihrem Unternehmensprofil (externer Link), Google